StartseiteStandpunkteGelber Sack oder gelbe Tonne

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Sie können den Text selbst lesen oder sich den Standpunkt vom Landratskandidaten vorlesen lassen: Podcast von Robert Ahrnt zum Thema „Gelber Sack oder gelbe Tonne“.

Seit 30 Jahren gibt es das Duale System der Abfallentsorgung. Warum Dual? Weil der gelbe Sack und die gelbe Tonne das private Entsorgungssystem der Verpackungshersteller ist. „Privat vor Staat“ – das war vor 30 Jahren die Stimmung im Land.

Der Landkreis organisiert dagegen die öffentliche Entsorgung. Das sind grauer Tonne, die Papiertonne und die Biotonne. Die Leerung der Landkreistonnen bezahlen Sie mit ihrer Müllgebühr. Die Gebühr ist seit mehr als 10 Jahren nicht mehr angehoben worden. Die Entsorgung ihres gelben Sacks zahlen sie an der Supermarktkasse mit dem Artikel. Den Preis der Entsorgung kennen sie nicht.

Als zuständiger Dezernent für den Abfall im Kreis bekomme ich viele Beschwerden. Fast alle haben mit dem gelben Sack zu tun. Dafür ist der Kreis aber nicht zuständig. Das wissen leider nicht alle BürgerInnen.

Ich persönlich hätte lieber die gelbe Tonne im Kreis. Denn die gelben Säcke werden vom Straßenrand weggeweht, reißen auf und der Verpackungsmüll wird dann auf der Straße verweht. Aber viele Menschen haben keinen Platz für eine weitere Tonne. Und manche Menschen haben mehr Verpackungsabfall, als in eine Tonne passt.

Was machen eigentlich die Privatfirmen mit dem vielen Verpackungsmüll aus Plastik? Ein kleiner Teil wird tatsächlich wieder recycelt. Der Rest landet in der sogenannten „thermischen Verwertung“ – wird zum Beispiel in Zementwerken verbrannt. Ein Teil wird ins Ausland exportiert. Als ob es dort nicht genug Plastik gäbe.

Und ich frage mich: Wo ist der Anreiz für die privaten Betreiber des grünen Punktes, weniger Plastikverpackungen herzustellen? Warum wächst die Menge an Verpackung seit vielen Jahren? Eine individuelle Lösung für die BürgerInnen gibt es schon: Die sogenannte Unverpackt-Läden machen sich breit.

Eine gute politische Lösung greift aber viel weiter. Ich will mich als Landrat auf allen Ebenen dafür einsetzen, dass der Staat wieder die Kontrolle bei den Plastikverpackungen übernimmt. Damit endlich weniger davon produziert wird. Damit die Kosten transparent werden. Damit nicht mein Abfall am Ende im Ozean schwimmt. Ich will der echten Kreislaufwirtschaft einen Schritt näher kommen.

Kontakt
Kreisverwaltung Darmstadt-Dieburg, Büro des Ersten Kreisbeigeordneten
Rechtliches

© 2021 Robert Ahrnt