KreistourRobert Ahrnt aktuellPfungstadt am 22.05.2021

27. Mai 2021

Pfungstadt – die letzte Station auf meiner Kreistour. Wir treffen uns am Pfungstädter Wasserwerk im Wald, wo unter Bäumen ein Holztisch und mehrere Bänke stehen. So sind wir auch besser vor den kurzen Regenschauern geschützt, die sich heute mit Sonne abwechseln.

Unsere Bundestagsabgeordnete Daniela Wagner ist erneut zu uns gestoßen. Für uns ist es spannend, wie Daniela die aktuellen Vorgänge auf Bundesebene mit Insider-Information ergänzen kann. Aber wir sind wegen Pfungstadt hier. Welches Thema ist wichtig?

Der Hessentag 2023. Pfungstadt hat sich schon vor geraumer Zeit für die Austragung des Hessentages beworben. Aber es schleichen sich bei vielen Stadtverordneten Zweifel ein, ob diese Bewerbung klug war. Natürlich wird die Stadt im Vorfeld durch allerlei Projekte und Landesmittel aufgehübscht werden. Aber hilft das der Stadt Pfungstadt über den Hessentag hinaus wirklich weiter? Oder ist umgekehrt zu befürchten, dass das Feuerwerk für eine Woche jede Menge Geld kostet und danach außer ein paar zusätzlichen Parkplätzen nichts übrig bleibt? Noch kann die Austragung des Hessentages in zwei Jahren abgesagt werden. Jenny Beutler, Klaus Marake und Brigitte Harth wollen diese Fragen nochmals mit den kritischen Stadtverordneten der anderen Fraktion intensiv erörtern.

Und vom Detail kommen wir ins Grundsätzliche: Ist der Hessentag überhaupt noch eine zeitgemäße Veranstaltung? Manche Großveranstaltungen, wie die Olympischen Winterspiele, scheitern mittlerweile am Widerstand der Bevölkerung.

Meine Frage: Könnte man anlässlich des Hessentags nicht ein Großprojekt wie den Umbau der Darmstädter Straße zu einer Fußgängerzone schneller und zügiger umsetzen? Die drei Pfungstädter schütteln den Kopf. Bei zwei Jahren Bauzeit müsste man heute schon ein fertiges Konzept beschlossen haben, aber die Stadt ist weit davon entfernt. Alle wünschen sich mehr Aufenthaltsqualität in der Darmstädter Straße. Das würde aber nur durch Verkehrsverlagerung in die benachbarten Wohngebiete funktionieren. Feuerwehr und Rettungsdienste müssten sowieso weiter durch den engen Straßenraum fahren. Im Bereich Verkehr warten also längerfristige Aufgaben auf die frisch gewählte Stadtverordnetenversammlung.

Die SPD hat dort ihre Mehrheit eingebüßt und das wird erhebliche Bewegung in die Pfunstädter Politik bringen. Kürzlich hat das Darmstädter Echo verkündet, dass das Brauereigelände von den Eigentümern nicht für die ewig diskutierte städtebauliche Entwicklung zur Verfügung stehen wird. „Gehen Sie zurück auf Los, …“, möchte man den Pfungstädter Stadtverordneten zurufen.

Und noch ein Projekt der vergangenen Wahlperiode droht zu scheitern: Der Aufreger „Haifischbecken in Pfungstadt“ ist sang- und klanglos am Untergehen. Das ist – hier sind sich Jenny, Klaus und Brigitte einig – kein Verlust für Pfungstadt. Im Gegenteil: Touristische Impulse sollten umweltverträglich gesetzt werden, beispielsweise durch ein Besucherzentrum für einen Naturlehrpfad Pfungstädter Moor. Es gibt viel zu tun in Pfungstadt – ich wünsche gutes Gelingen!

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Kreisverwaltung Darmstadt-Dieburg, Büro des Ersten Kreisbeigeordneten
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