KreistourRobert Ahrnt aktuellOtzberg am 07.05.2021

14. Mai 2021

Wir treffen uns gegen Abend am Wirtschaftsweg oberhalb der Bundenmühle bei Lengfeld: Claudia und Sigi Leib mit Hund, Kordula Bischoff-Surek, Brigitte Stuckert und Vera Baier – grünes Urgestein aus Otzberg und ehemalige Erste Beigeordnete. Die Bundenmühle ist einigen Menschen noch aus der Fernsehserie “Diese Drombuschs” bekannt und liegt etwas östlich der Heydenmühle am Bach Semme im Dornröschenschlaf.

Diese Kreuzung der Feldwege haben wir ausgewählt, weil das Land Hessen diese Wege aktuell als Radwege ausbauen will. Damit könnte man dann auf einem guten Asphaltweg mit dem Fahrrad von Ober-Klingen bis nach Lengfeld fahren. Das Land bezahlt aber nur deshalb, weil es sich damit den Neubau eines Straßenbegleitenden Radwegs entlang der L3065 spart. Ich hatte vorher noch einmal einen Blick ins Radwegekonzept des Landkreises geworfen und festgestellt: Passt! Auch dort war der Ausbau dieser Verbindung vorgeschlagen worden.

Brigitte möchte sich in der kommenden Zeit intensiv mit dem Thema Fahrradfahren in Otzberg beschäftigen. Im wahrsten Sinne kein leichtes Thema, denn Otzberg ist kein Flachland. Wir wägen gemeinsam ab, welche Vorteile ein straßenbegleitender Radweg hätte (sicherer, öffentlich einsehbar, weniger Steigung, keine Traktoren) und welche Vorteile der nun geplante Feldwegeausbau hat (geht schnell, kein doppelter Flächenverbrauch, historische Wegeverbindung). Und ich nehme mit: Wichtig ist, dass etwas passiert, denn es fehlen auch Radwege nach Reinheim, von Lengfeld nach Groß-Umstadt oder von Zipfen zum Bahnhof Wiebelsbach. Gerade für SchülerInnen wäre der weitere Ausbau wichtig, denn der Busverkehr von Otzberg in die Schulen nach Groß-Umstadt, Dieburg oder Reinheim ist ebenfalls lückenhaft oder umständlich.

Unweit von uns quert die vorhandene Wegeverbindung die Straße zwischen Lengfeld und Reinheim – hier ist erst kürzlich ein Radfahrer von einem Auto erfasst worden und hat nur mit Glück überlebt. Gibt hier Verbesserungsmöglichkeiten? Eine Querungshilfe vielleicht? Der Landesbetrieb Hessen Mobil wäre zuständig und wir suchen nach Lösungsbeispielen.

Über das Thema der Flurbereinigung in Otzberg, welche seit einigen Jahren läuft, kommen wir zum Thema der ökologischen Aufwertung der Landschaft. Hierfür ist aktives Flächenmanagement von der Gemeinde erforderlich, schon allein, um die Überschwemmungen der Äcker durch die Biberfamlie abzumildern, die etwas unterhalb der Mühle an der Semme heimisch geworden ist.

Wir kommen zum Thema Dorfentwicklung durch das Förderprogramm IKEK. Sigi und Claudia haben selbst ein denkmalgeschütztes Haus saniert und Zuschüsse aus diesem Europaprogramm über den Landkreis erhalten. Aber die Förderbedingungen seien nicht optimal und die Bedingungen unflexibel, wird mir berichtet. Trotzdem besteht Einigkeit, dass die Dorfentwicklung eine der großen Herausforderungen im ländlichen Raum ist, da der Einzelhandel und die Geschäfte weitgehend verschwunden sind und die Aufenthaltsqualität aufgrund des Straßenverkehrs oft eingeschränkt ist.

Meine Gesprächspartner sind voller Tatendrang. Verständlich, denn vor einigen Tagen wurde eine Koalition mit der neuen Wählervereinigung “Miteinander für Otzberg” ein gemeinsames Koalitionsprogramm beschlossen. Milde Abendsonne, die Burg, die Mühle, der Biberbach und vorüberfliegende Störche.

Danke an die Otzberger, und viel Erfolg! Dess woar schee!

Kontakt
Kreisverwaltung Darmstadt-Dieburg, Büro des Ersten Kreisbeigeordneten
Rechtliches

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