KreistourRobert Ahrnt aktuellGroß-Bieberau am 17.04.2021

17. April 2021

Groß-Bieberau, „Wir treffen uns am Eingang der Albert-Einstein-Schule“, so hatte es mir Christiane vom grünen Ortsverband Groß-Bieberau geschrieben. Hier bin ich selbst zur Schule gegangen und habe 1983 Abitur gemacht. Die steile Jochardstraße fahre ich heute mühelos mit dem Elektrofahrrad hoch. Dabei fällt mir ein, welche Quälerei das für mich als Kind mit dem normalen Fahrrad war. Bis ich mit 15 mein erstes Mofa kaufte. Das ist lange her und doch so nah, denn mit einigen Personen, die heute für die Grünen aktiv sind, bin ich schon zur Schule gegangen.

Zunächst begrüßen wir noch Philip Krämer, unseren grünen Landessprecher. Er wird schon kurz nach der Landratswahl am 31.05. den nächsten Wahlkampf einleiten, denn er wird unser Bundestagskandidat für diesen Wahlkreis sein. Zunächst die Frage an die frisch gewählten Stadtverordneten, ob es Koalitionen geben wird? Nein – auch zukünftig wird es offene Mehrheiten geben und mit Heinz Jung wird erstmals ein Grüner im Magistrat der Stadt sitzen.

Ich erkläre die Finanzierung der Sanierungsarbeiten der Naturwissenschaftlichen Fachräume der Albert-Einstein-Schule (AES). Und wir sprechen über die Wechselwirkung zwischen den umliegenden Schulen in Reinheim, Ober-Ramstadt und Dieburg mit den zugehörigen Schülerströmen.

Dann laufen wir rüber zur Wiese neben der Sporthalle. Heute weht ein frischer Wind, mit Corona-Abstand sind wir sicher. Hier plant der Sportverein TSG Groß-Bieberau einen sogenannten „Pump-Track“, d.h. eine Sportbahn für Fahrräder. Das Angebot wird auch der Schule zugutekommen und generell der ganzen Jugend offenstehen. Als Schuldezernent hatte ich die Verhandlungen geführt und konnte erreichen, dass der Sportverein die Fläche kostenfrei zur Nutzung erhält. Die nächste Station ist der ehemalige Bahnhof in Groß-Bieberau, der schon zu meinen Lebzeiten außer Betrieb war. Die Strecke wurde aber noch bis vor wenigen Jahren für Zuckerrüben und andere gewerbliche Transporte benutzt.

Philip Krämer berichtet über die Machbarkeitsstudie des RMV zur Aktivierung der Bahn. Die Aussichten sind nicht sehr optimistisch. Trotzdem ist die Trasse im Regionalplan des Landes Hessen weiterhin für die Zukunft gesichert und das ist auch gut so. Direkt am Bahnhof ein Schild mit QR-Code. Mit dem Handy eingescannt wird uns die Geschichte des „Odenwälder Lieschens“ erzählt – der alten Stichbahn, die von Reinheim durch das Gersprenztal hinauf bis Reichelsheim zur Güter- und Personenbeförderung fuhr. Die Bahnstation ist Teil des Groß-Bieberauer „Hörwegs“: Entlang eines großen Rundgangs durch Groß-Bieberau gibt es solche Stationen, in denen die Geschichte des Ortes mit Hintergrundinformationen erläutert wird. Das ist für mich neu und ich freue mich, den Weg demnächst einmal vollständig ablaufen zu können.

Anschließend gehts zum neuen Seniorenzentrum auf dem Gelände der ehemaligen Brauerei Schönberger. Der berühmt-berüchtigte Balkon an dem Neubau der Seniorenwohnanlage wird besichtigt. Dieser war tatsächlich kurz vor Baufertigstellung einfach heruntergefallen, was über die Grenzen Groß-Bieberaus hinaus für Kopfschütteln gesorgt hatte. Direkt nebenan beabsichtigt die Stadt eine neue Platzgestaltung. In der Gruppe haben wir über die Chancen der innerörtlichen Entwicklung gesprochen. Autostellplätze, Bäume, Einzelhandel – Themen, welche mich als Stadtplaner schon seit Jahrzehnten beruflich begleiten.

Der Abschluss des Rundgangs durch Groß-Bieberau findet an der Haslochbergschule statt. Diese Schule hat sich mit dem Erweiterungsbau im Schulhof sehr schön entwickelt und in meine Amtszeit fällt der aktuelle Umbau des Seitenflügels zu einer Schulmensa für den Ganztag. Kurz vor dem Abschied noch ein paar alte Geschichten aus der Schulzeit. Danach fahre ich den steilen Haslochberg mit dem Elektrofahrrad hoch. Auch hier habe ich als Kind das Fahrrad geschoben. Wenn ich schon in Groß-Bieberau bin, muss ich bei meiner Mutter auch noch einen Kaffee trinken 🙂

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