KreistourRobert Ahrnt aktuellBickenbach am 06.05.2021

12. Mai 2021

Bickenbach – Ankunft vor dem Rathaus. Der Regen hört nicht auf, sondern wird stärker. Uli, Marc und Michael von der Wählervereinigung “KOMM,A” sind mit Regenschirmen ausgestattet. Noch vor dem Rathaus stehend, kommen wir in die Diskussion über die kommunalpolitische Geschichte dieser Wählervereinigung in Bickenbach. Marc erläutert, warum er dieses Modell der parteiübergreifenden Wählervereinigung besser findet als Parteien. Ich argumentiere, dass nur eine Partei eine Klammer zwischen Bundespolitik und Kommunalpolitik darstellen kann. Und beide haben wir recht.

Uli verweist auf die Erfolge der zurückliegenden Kommunalwahl. Mit rund 27% habe KOMM,A einen größeren Zuwachs als die Grünen bekommen und die Tendenz der Zersplitterung der Parteienlandschaft sei in Bickenbach auch nicht erkennbar. Wir sind uns einig, dass es immer Personen sind, welche zwischen den verschiedenen politischen Ebenen vermitteln. Und der Weg in grüne Gremien steht auch Mitgliedern von KOMM,A offen.

Ich werde gebeten, mich umzudrehen. Und damit schaue ich auf eine 6.000 qm große Brachfläche gegenüber des Rathauses, welche von Bauzäunen umgeben ist. Bunte Banner an den Zaunelementen verkünden von der Schönheit und Eleganz der geplanten Bebauung, für welche die Gemeinde erst kürzlich einen Bebauungsplan beschlossen hat. Die Bebauung wurde vom ehemaligen Bürgermeister weit vor der Befassung der demokratischen Gremien eingefädelt und durch Grundstücksgeschäfte abgesichert. Eine Bürgerbeteiligung im Vorfeld? Fehlanzeige. Ein ergebnisoffenes Verfahren in der Gemeindevertretung? Nicht mehr möglich. Das Ende vom Lied: Eine überdimensionierte Planung in einem Maßstab, den das beschauliche Bickenbach so noch nicht gesehen hat. Das ist jedenfalls die klare Meinung von KOMM,A (komma-bickenbach.de), aus deren Sicht die Bevölkerung in Bickenbach zu diesem Projekt in zwei Lager gespalten ist.

Unser Regenspaziergang führt mich weiter. Wir besichtigen die problematischste verkehrliche Engstelle im Ortskern. Parkende Autos verschärfen die Situation. Der an manchen Stellen minimale Bürgersteig wird notdürftig durch einzelne Poller geschützt. Hier wäre eine Neuaufteilung des Straßenraums ein Segen für die Fußgänger. Das sei eine Aufgabe für die neue Wahlperiode.

Am Landgraben bleiben wir stehen. Die vorbeifahrenden Busse des RMV bringen uns zum Thema Busverkehr. Ich brauche nicht viel über den Dadi-Liner zu sagen, alle drei Gastgeber sind gut informiert über das demnächst startende Rufbussystem im Landkreis Darmstadt-Dieburg. Christian erläutert mir, warum im ÖPNV anderes Handeln erforderlich wäre.

Am Landgraben spazierend, der durch den ehemaligen Ortskern führt, unterhalten wir uns über die Verbesserungsmöglichkeiten an diesem Gewässer. Zu viele Nährstoffe, zu wenig Fließgeschwindigkeit und keine Zugänglichkeit für Kinderspielen, ist die Kritik. Und überhaupt: Warum muss direkt am Graben eine lange Reihe Autoparkplätze sein. Damit, so ist sich die Runde einig, schafft man keine attraktiven Aufenthaltsräume. Es regnet noch immer, als wir wieder am Rathaus ankommen und ich mich auf den Heimweg mache. Danke Michael Weißbarth, Marc-Andre Lyachenko und Uli Koch, dass ihr mir Einblicke in eure Kommunalpolitik gewährt habt!

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Kreisverwaltung Darmstadt-Dieburg, Büro des Ersten Kreisbeigeordneten
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